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Mosaik Camp4

Welterbe

Bereits 2012 gab es Bemühungen, das Gebiet gemeinsam mit dem Areal des Hansaviertels als potenzielles UNESCO-Welterbe für die deutsche Tentativliste zu nominieren. Im ersten Anlauf gescheitert, wurden beide Gebiete unter dem Arbeitstitel „Doppeltes Berlin – Hansaviertel und Karl-Marx-Allee, I. und II. Bauabschnitt“ im aktuell wieder aufgerufenen Tentativverfahren der Bundesrepublik erneut für eine Nominierung vorzuschlagen. Das soll noch 2021 geschehen. Tentativliste steht für die nationale Vorschlagsliste. Am Ende entscheidet die UNESCO, wem der Titel Welterbe dann zugestanden wird. Die Idee, ein „geteiltes Erbe“ – weil Berlin in jenen Jahren, als es geplant und gebaut wurde, eine geteilte Stadt gewesen ist – zu einem Ganzen zu fügen, ist interessant.
In Berlin gibt es mit der Museumsinsel, den Preußischen Schlössern und Gärten und den sechs Siedlungen der Moderne (u.a. HufeisensiedlungSiemensstadtGartenstadt FalkenbergWohnstadt Carl Legien) bereits drei ausgewiesene Welterbestätten. Darüber, wie groß die Zustimmung und die Identifikation sein kann, erzählen die Siedlungen und das Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Stadtquartier. Das allerdings setzt voraus, die Menschen, die im Erbe leben, einzubeziehen und mitreden zu lassen.
Als die Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel geplant und gebaut wurden, war die autogerechte Stadt noch Vision und Begehren zugleich. Inzwischen ist klar, dass der Klimawandel und die damit einhergehenden Verwerfungen neue Visionen erfordert. Städte müssen heute anders geplant und gedacht werden. Der Nachbarschaftsrat wird sich in diese Debatte einbringen und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Quartier artikulieren.